Was ist wichtiger: die Höchsttemperatur oder die Einwirkzeit?+
Beide Variablen sind entscheidend, allerdings unterschiedlich stark je nach Prozess. Eine kurze Temperaturspitze von 300 °C für wenige Sekunden – wie in einem Aushärteofen – ist etwas völlig anderes als eine kontinuierliche Einwirkung von 200 °C über Stunden in einem Industrieofen. Ein Material kann eine Spitze ohne Schädigung überstehen und bei kontinuierlicher Einwirkung schon bei niedrigerer Temperatur versagen. Vor der Auswahl der Lösung müssen beide Angaben bekannt sein: die Höchsttemperatur und die Dauer der Einwirkung.
Kann ein Etikett vor dem thermischen Prozess angebracht werden?+
Das hängt von der Art der Lösung ab. Bei Hängeetiketten ist die Anbringung vor dem Prozess die übliche Praxis: Das Etikett wird mechanisch am Werkstück befestigt und durchläuft den gesamten Zyklus. Bei Klebeetiketten für moderate Bereiche (bis ca. 180 °C) ist die Anbringung vorab ebenfalls möglich, wenn der Klebstoff für diese Temperatur validiert ist. Wichtig ist, dass die Befestigung vor der Wärmeeinwirkung abgeschlossen ist, da der Versuch, ein Etikett bei mittlerer Temperatur nachträglich zu korrigieren, nicht praktikabel ist.
Ab wann ist eine Klebelösung in einem thermischen Prozess nicht mehr geeignet?+
In der Regel versagen die meisten herkömmlichen Klebstoffe ab 150 °C bei kontinuierlicher Einwirkung: Sie erweichen, wandern oder verlieren unwiderruflich ihre Haftung. Oberhalb dieser Schwelle ist die mechanische Befestigung ohne Klebstoff die robusteste Lösung. Es gibt technische Klebstoffe, die für bestimmte Bereiche oberhalb von 150 °C validiert sind, doch sie erfordern stets eine vorherige Validierung mit einem Muster, um das Verhalten im realen Prozess zu bestätigen. Teilen Sie uns die Bedingungen mit, wenn Ihr Fall eine Klebelösung für hohe Temperaturen erfordert.
Welches Etikett hält 300 °C stand?+
Für Prozesse um 300 °C sind die Hängeetiketten KPK 800 (validiert bis 320 °C) und KPK 874 (bis 350 °C) die übliche Wahl, beide mit Kraft/PET/Kraft-Laminat ohne Klebstoff. Die Wahl zwischen beiden hängt davon ab, ob der Prozess die Temperatur mit Säuren oder aggressiven Chemikalien kombiniert. Herkömmlicher Klebstoff ist in diesem Bereich nicht geeignet: Die Befestigung erfolgt mechanisch (Draht, Umreifungsband, Haken oder Schweißbolzen). ARGIPRINT°-Reihe ansehen.
Welches Etikett hält 500 °C stand?+
Das Modell HOT 151 hält bei kurzzeitiger Einwirkung bis zu 500 °C stand. Es handelt sich um einen weißen, mittels Thermotransfer (TTR) bedruckbaren Polyimid-Film, entwickelt für Stahlwerke, Hochöfen, das Eintauchen in konzentrierte Salzsäure und extreme Prozesse, bei denen kein anderes Material den gesamten Zyklus übersteht. Nur mechanische Befestigung. Technisches Datenblatt HOT 151 ansehen.
Welches Etikett eignet sich für einen Pulverbeschichtungs- oder Aushärteofen?+
Pulverbeschichtungs- und Aushärteöfen arbeiten in der Regel zwischen 180 °C und 220 °C. Für diesen Bereich ist das Modell KPK 842 (bis 200 °C) oder KPK 800 (bis 320 °C) bei kurzen Zyklen die übliche Wahl: Diese Temperaturen entsprechen Einwirkzeiten von bis zu 10 Minuten, nicht dem Dauerbetrieb. Ist Ihr Aushärtezyklus länger, teilen Sie uns die tatsächliche Prozessdauer mit. Wird das Werkstück vor dem Eintritt in den Ofen etikettiert, muss das Etikett mechanisch befestigt oder mit einem für diese Temperatur validierten Klebstoff versehen sein.
Was passiert, wenn die Wärmeeinwirkung kontinuierlich ist und keine kurze Spitze?+
Die kontinuierliche Einwirkung ist das anspruchsvollste Szenario. Das Material muss über einen realen Sicherheitsabstand oberhalb der Prozesstemperatur verfügen: Es reicht nicht, innerhalb des Nennbereichs zu liegen, wenn die Einwirkung Stunden dauert. Für anhaltende Temperatur sind die klebstofffreien ARGIPRINT°-Tags mit mechanischer Befestigung die geeignete Lösung: Die KPK-Laminate reichen bis 350 °C, und der Polyimid-Film HOT 150/151 deckt 350 bis 500 °C ab, allerdings nur bei kurzzeitiger Einwirkung.
Liefern Sie auch die Befestigungselemente?+
Ja. Zusätzlich zu den Etiketten liefern wir Haken, Clips und Schweißbolzen, die mit der ARGIPRINT°-Reihe kompatibel sind. Wenn Sie eine vollständige Lösung für Kennzeichnung und Befestigung benötigen, können wir diese anbieten.
Können Sie vor der Produktion ein Muster senden?+
Ja. Bei Prozessen, bei denen Temperatur oder Chemie Zweifel am geeigneten Modell aufkommen lassen, ist ein Test mit Muster vor dem Produktionsstart üblich.
Eignen sich diese Etiketten für Bereiche mit kombinierter Feuchtigkeit und Hitze (Dampf, Heißwäsche, Beizen)?+
Ja. Für Prozesse, bei denen Hitze mit Feuchtigkeit, Dampf oder einem Flüssigkeitsbad zusammentrifft – industrielle Waschanlagen, heißes Säurebeizen, Öfen mit Dampf oder Tauchkühlzyklen – werden Grundmaterial und Klebstoff so ausgewählt, dass sie der Kombination beider Anforderungen standhalten. Das gegen Wasser und Hitze kombiniert beständige Etikett erfordert eine spezifische Validierung des Kundenprozesses, da die übliche Degradation weder allein von der Hitze noch allein vom Wasser ausgeht, sondern vom gemeinsamen Zyklus. Für Umgebungen, in denen Feuchtigkeit der dominierende Faktor ohne extreme Temperatur ist, siehe Etiketten für Feuchtigkeit und Kühlkette.